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Die ersten 100 Tage in einer neuen Führungsrolle – was wirklich zählt

Aktualisiert: 23. März

Neue Führungspersonen stehen sofort unter Druck: Erwartungen sind hoch, die Geduld ist knapp, das Vertrauen noch nicht da. Wer in dieser Phase zu schnell zu viel will, verliert genau das, was er aufbauen müsste.


 Bild: iStock
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Ausgangslage: Der Druck kommt früh

Kaum ist die neue Führungsperson im Amt, beginnt die Uhr zu ticken. Mitarbeitende beobachten, das Kader erwartet Signale, und die neue Person selbst spürt den Drang, sich zu beweisen.

Das ist menschlich. Und es ist riskant.

Denn die häufigste Falle in den ersten 100 Tagen ist nicht Unwissenheit – es ist die Versuchung, sofort Antworten zu liefern, bevor man die richtigen Fragen gestellt hat.

«Wer in den ersten Wochen vor allem redet, hat in den ersten Monaten vor allem verloren.»


Was wirklich zählt: Zuhören als Führungsinstrument

In meiner Arbeit mit Führungspersonen in Behörden, sozialen Institutionen und Unternehmen erlebe ich immer wieder dasselbe: Die, die gut ankommen, hören zuerst zu. Sie verstehen, bevor sie verändern. Sie bauen Vertrauen auf, bevor sie fordern.

Das klingt einfach. Es ist es nicht.

Denn Zuhören in einer neuen Führungsrolle bedeutet nicht Passivität. Es bedeutet, bewusst Räume zu schaffen – für das Team, für Einzelgespräche, für ehrliche Rückmeldungen. Es bedeutet, die Kultur zu lesen, bevor man sie zu prägen versucht.


Das Vorgehen: Drei Phasen der ersten 100 Tage

Ich begleite neue Führungspersonen mit einer klaren Struktur:


Phase 1 – Verstehen (Wochen 1–4): Gespräche führen, zuhören, beobachten. Keine grossen Ankündigungen. Kein Umbauen. Stattdessen: ein echtes Bild der Organisation gewinnen – von innen.


Phase 2 – Orientierung geben (Wochen 5–8): Erste eigene Positionen beziehen. Erwartungen klären – nach oben und nach unten. Verbindlichkeit herstellen, ohne zu überfordern.


Phase 3 – Gestalten (Wochen 9–16): Erste Veränderungen angehen – mit dem Team, nicht über das Team hinweg. Kleine, sichtbare Erfolge schaffen Vertrauen. Grosse Ankündigungen ohne Wirkung zerstören es.

«Kleine, sichtbare Schritte schlagen jede Führungsrhetorik.»


Wirkung: Wenn der Start gelingt

Führungspersonen, die ihre ersten 100 Tage bewusst gestalten, schaffen etwas, das sich später kaum nachholen lässt: ein tragfähiges Fundament aus Vertrauen, Klarheit und gegenseitigem Respekt.

Das ist keine Frage des Talents. Es ist eine Frage der Haltung und der richtigen Begleitung.


Quintessenz für Entscheidungsträger

Führungswechsel sind Momente der Chance. Sie können eine Organisation neu ausrichten, Energie freisetzen, Blockaden lösen. Aber nur, wenn sie bewusst gestaltet werden.

Wer neu in eine Führungsrolle kommt – oder wer eine neue Führungsperson in seiner Organisation begleitet –, sollte sich eine Frage stellen: Wie viel Raum geben wir dieser Person, um wirklich anzukommen?


Die Antwort auf diese Frage entscheidet mehr als jedes Einführungsprogramm.

Sinnesis begleitet neue Führungspersonen in der Standortbestimmung, im Executive Coaching und in der strukturierten Einführungsphase.


Treten sie mit uns in Kontakt


Michael Giger

+41 76 425 18 17



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